Kommunikation umfasst mehr als nur die Vernetzung von Benutzern. Mithilfe der richtigen Kommunikationstechnologie können Unternehmen den Sprung vom Ist-Zustand hin zur Verwirklichung der von ihnen gesteckten Ziele schaffen. In diesem Kapitel wagen wir einen Ausblick auf die künftigen Entwicklungen im Bereich der cloudbasierten Kommunikation und die gegenwärtigen wie auch zukünftigen Vorteile dieser neuen Technologien für Ihr Unternehmen.

Engere Integration mit Mobilgeräten

Es bedarf keiner Kristallkugel, um zu erahnen, dass die engere Integration von Systemen für Geschäftskommunikation, zentralen Geschäftsanwendungen und den Mobilgeräten der Benutzer zunehmend an Bedeutung gewinnen wird. Die mobilen Mitarbeiter von heute und morgen wollen auf ihren Mobilgeräten überall arbeiten und zu jeder Zeit produktiv sein.

Der Bedarf an engerer Integration von Mobilgeräten soll unter anderem mit den folgenden aufkommenden Technologien gedeckt werden:

  • VoLTE-Netze: Der VoLTE-Standard – kurz für Voice over Long-Term Evolution – ermöglicht die effizientere Nutzung der verfügbaren Bandbreite und die engere Integration von Apps über das LTE-Netz.
  • Vollständig IP‐basierte Kommunikation: Mobilfunknetzbetreiber steigen zunehmend von rein leitungsvermittelten 2G-/3G‐Netzen auf LTE‐Technologie um. Für LTE kann das begrenzt vorhandene Frequenzspektrum weiterverwendet und zugleich können native Apps für die Sprachkommunikation entwickelt werden. Sprachkommunikation und Datenverkehr werden heute noch immer getrennt voneinander übertragen. Hinzu kommt, dass Sprachkommunikation weiterhin nicht ausschließlich über IP‐basierte Verbindungen abgewickelt wird – selbst in LTE-Netzen. In naher Zukunft wird dagegen sowohl eine paketvermittelnde Sprach- als auch Datenkommunikation über LTE‐Verbindungen erfolgen.
  • Konvergenz der mobilen und geschäftlichen Kommunikation (keine "Apps" mehr): Apps für die Abwicklung der Geschäftskommunikation auf dem Smartphone gehören heute zum Standardangebot der meisten Anbieter von Unified Communications (UC). Bald schon werden Benutzer darüber hinaus in der Lage sein, geschäftliche Anrufe direkt auf ihren Smartphones entgegenzunehmen und zu tätigen – nicht etwa in einer separaten App, sondern über eine native Wählsoftware.
  • Intelligente Erreichbarkeit: Dank intelligenter Funktionen für die Anrufweiterleitung sind Benutzer auf allen Geräten unter einer Telefonnummer erreichbar. Eingehende Anrufe werden dabei anhand von Standortdaten, die mithilfe von Technologien wie Bluetooth und Wi‐Fi erfasst werden, an das am besten geeignete Gerät weitergeleitet, sodass zukünftig nur noch ein Gerät klingelt.
  • Neue Anwendungsfälle: Durch die Erweiterung von Mobilgeräte‐Apps um Funktionen für die Echtzeitkommunikation eröffnen sich ganz neue Einsatzmöglichkeiten. So können Apps bereits heute Anrufe über eine Wählsoftware veranlassen, wenn auch noch außerhalb der App. In Zukunft wird die Kommunikation dank nahtloser Integration mit netzwerkbasierten Kommunikationsfunktionen nativ in Mobilgeräte‐Apps eingebettet sein.

Unternehmensgerechte Routing-Funktionen: Durch die gemeinsame Entwicklungsarbeit von UC-Anbietern und Mobilfunknetzbetreibern entstehen neue Technologien, bei denen das Routing in intelligenteren und leistungsfähigeren Mobilfunknetzen anhand standort- und kontextbasierter Daten erfolgt.


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Software‐defined Networking über das Internet

Heute stellen Dienstanbieter cloudbasierte Kommunikation im Allgemeinen entweder über ein MPLS-WAN oder eine internetbasierte OTT-Verbindung  bereit. Dabei kommen OTT-Verbindungen in unterschiedlichem Umfang ist fast jeder Kommunikationsumgebung zum Einsatz. So nutzen Mitarbeiter für die Kommunikation im Büro beispielsweise MPLS, während sie zuhause oder unterwegs auf OTT-Verbindungen zurückgreifen.

MPLS bietet zwar die beste Qualität, ist jedoch im Vergleich zu anderen Optionen mit höheren Kosten verbunden. Viele Dienstanbieter bieten Lösungen mit MPLS-Diensten an, um ihren Kunden eine bestimmte Quality of Service zu garantieren.

OTT ist dagegen deutlich kostengünstiger. Allerdings handelt es sich im Grunde um eine simple Internetverbindung. Dadurch kann keine bestimmte Quality of Service garantiert werden. Stattdessen kann die Qualität der Sprachkommunikation sich zuweilen nicht nur verschlechtern, sondern sogar auf ein inakzeptables Maß sinken. Wenn Ihr Nachbar beispielsweise während Ihres Telefonats ein Video über das gleiche Netzwerk streamt, könnte der Download die Qualität Ihres Anrufs beeinträchtigen.

Dank einer neu aufkommenden Technik namens Software‐defined Wide Area Networking (kurz SD‐WAN) können Unternehmen nun von den Vorteilen beider Technologien – MPLS und OTT – in einer Lösung profitieren: bessere Qualität bei geringeren Kosten. Diese Vorteile werden bei SD‐WAN durch mehrere Netzwerkverbindungen erreicht, unter anderem durch eine Mischung aus verschiedenen OTT-Lösungen und/oder einer Kombination aus OTT- und MPLS-Diensten.

SD‐WAN ermöglicht sowohl bei Breitband‐Internetverbindungen als auch bei privaten Verbindungen unternehmensgerechte Leistungen, Transparenz und Kontrolle. Der WAN‐Traffic wird automatisch über die am besten geeigneten Verbindungen und die effizientesten Pfade geleitet. Die dynamisch über mehrere Pfade übertragenen Datenpakete werden ausgehend von der Auslastung, den anwendungsspezifischen Anforderungen, der geschäftlichen Priorität der Anwendung und den Verbindungskosten über die am besten geeignete Verbindung weitergeleitet. Mit dieser Technologie kann aus mehreren kostengünstigen Breitbandverbindungen und Standleitungen eine virtuelle Datenpipeline mit hoher Bandbreite aufgebaut werden, die ein wirtschaftliches und hochwertiges unternehmensweites WAN ermöglicht.

Teambasierte Zusammenarbeit in Form von Workstream Messaging

Lösungen für Unified Communications beinhalten in der Regel auch Tools für Instant Messaging (IM). Bei IM werden in der Regel jedoch nur interne Benutzer unterstützt. Zudem wurde diese Technologie hauptsächlich für die Kommunikation zwischen zwei Benutzern entwickelt. Eine neue Form der Kommunikation soll nun Abhilfe schaffen: Workstream Messaging stellt Messaging-Dienste auf der Grundlage von Arbeitsabläufen und Projekten für die teambasierte Zusammenarbeit bereit. Diese Messaging-Dienste wurden eigens für die Zusammenarbeit in Unternehmen entwickelt.

Tools für Workstream Messaging bieten das von Messaging‐Apps für Privatanwender gewohnte Benutzererlebnis und erweitern dieses um Funktionen, die speziell auf die Arbeitsumgebung in modernen Unternehmen ausgerichtet sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Persistente Arbeitsbereiche
  • Integration von Verzeichnissen
  • Suchfunktion
  • Unterstützung für Single Sign‐On (SSO)
  • Integration von anderen Unternehmensanwendungen, wie z. B. Systemen für das Customer Relationship Management (CRM)

Waren Tools für Workstream Messaging bisher auf grundlegende Messaging‐Dienste beschränkt, so wurden sie inzwischen um Funktionen für die Echtzeitkommunikation erweitern. Anbieter cloudbasierter Kommunikationslösungen sind in der Lage, Software für Workstream Messaging bereitzustellen, die neben Echtzeitkommunikation auch die Unterstützung für Tischtelefone und die Kommunikation über das Festnetz bieten.

Darüber hinaus ermöglichen Tools für Workstream Messaging auch die Organisation und den Austausch von Inhalten wie Dateien und Fotos. So können alle Kontakte, Inhalte und Gespräche in einer einzigen Anwendung zusammengeführt werden. Workstream Messaging vereint die Vorteile asynchroner Kommunikationsformen wie Nachrichten und Dateien mit denen von Echtzeitkommunikation wie Sprach‐ und Videokommunikation und wird so zur zentralen Schnittstelle für alle Arbeitsabläufe im Unternehmen.

Workstream Messaging ist nicht nur eine weitere Funktion von Unified-Communications-Lösungen, sondern wird in Unternehmen häufig zum bevorzugten Tool für die Echtzeitkommunikation.

Dank ihres selbstorganisierenden Designs bieten Tools für Workstream Messaging eine Fülle von Vorteilen gegenüber den eher benutzerunfreundlichen E-Mail‐Postfächern, in denen einfach alle Nachrichten ungeordnet zusammenlaufen. Darüber hinaus tragen diese Tools zu einer effektiveren Zusammenarbeit bei, indem sie den häufigeren, informelleren und kontinuierlicheren Austausch zwischen allen beteiligten Parteien fördern.

Auch im Vergleich mit Instant Messaging kann Workstream Messaging punkten, weil die Kommunikation wie bei realen Arbeitsgruppen und Teams über die Grenzen der jeweiligen Organisation hinaus erweitert werden kann. Unter Privatanwendern sind Messaging‐basierte Apps bereits zum vorherrschenden Kommunikationsmittel geworden. Allerdings erfüllen diese Dienste nicht die Anforderungen von Unternehmen im Hinblick auf Sicherheit und Integration.

Workstream Messaging hat das Potenzial, Kommunikationsanwendungen wie traditionelle E-Mail-Programme in ihrer bisherigen Form zu revolutionieren. Unternehmen, die bereits Lösungen für Workstream Messaging nutzen, stellten einen deutlichen Rückgang beim internen E-Mail-Verkehr fest. Dies liegt daran, dass diese Tools zahlreiche Vorteile gegenüber traditionellen E-Mail-Programmen bieten, zu denen unter anderem selbstorganisierende Nachrichtenstreams gehören.

Man könnte nun argumentieren, dass ein geringeres E-Mail-Aufkommen keinen wesentlichen geschäftlichen Vorteil bringt, weil die Nachrichten effektiv von einer Anwendung in eine andere verschoben werden. Allerdings ist der für Workstream Messaging benötigte Speicherplatz im Allgemeinen um ein Vielfaches geringer. Darüber hinaus ergeben sich zahlreiche weitere Vorteile, wie unter anderem:

  • Organisation. In gängigen E‐Mail-Programmen werden die zuletzt eingegangenen E‐Mails häufig zuoberst angezeigt. Eine chronologische Sortierung von Inhalten ist jedoch nicht immer sinnvoll. In Tools für Workstream Messaging werden Nachrichten anhand von Personen oder Themen in logisch definierten Containern (Arbeitsbereichen) gruppiert. Eine neue Nachricht erscheint automatisch im zugehörigen Arbeitsbereich, und der Arbeitsbereich rückt in der Liste an die oberste Position.
  • Suche. In Tools für Workstream Messaging werden Gesprächsverläufe nicht in einzelnen E-Mail-Ordnern abgelegt, sondern allen Teilnehmern in einheitlicher Form bereitgestellt. Alle Gespräche sind zusammen mit den zugehörigen Inhalten wie Dokumenten und Fotos in einem Tool verfügbar.
  • Verlauf. Der gesamte Gruppenverlauf kann neuen Mitgliedern einfach bereitgestellt werden, sodass diese sich hinsichtlich des Gesprächsthemas schnell auf den aktuellen Stand bringen können.
  • Wissensaustausch. In einigen Tools für Workstream Messaging können die Arbeitsbereiche auch von Benutzern durchsucht werden, die keine Mitglieder der betreffenden Projektgruppe sind. Wenn andere Mitarbeiter des Unternehmens zum Beispiel Unterstützung in Bezug auf Widgets benötigen, können sie nach Gesprächen über Widgets suchen, um potenzielle Experten zu ermitteln.

Viele Anbieter cloudbasierter Kommunikationslösungen führen keine geplanten Aktualisierungen ihrer Software in bestimmten Intervallen mehr durch, sondern aktualisieren ihre Anwendung kontinuierlich. Daraus ergibt sich ein weiterer Vorteil cloudbasierter Kommunikation. Die benötigte Software ist nicht nur stets auf dem neusten Stand, sondern darüber hinaus auch wesentlich sicherer als on‐premises bereitgestellte Lösungen, bei denen kontinuierliche Aktualisierungen nicht durchführbar sind.


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Digitale Transformation für Dummies

Der digitale Wandel hat für Unternehmen und IT-Verantwortliche mittlerweile höchste Priorität. In der heutigen Geschäftswelt gründet sich die nachhaltige Marktführerschaft eines Unternehmens nicht mehr allein auf die besten Produkte oder die besten Mitarbeiter. Um Marktführer werden zu können, kommt es auch auf Agilität und die schnelle Anpassung an sich rasch entwickelnde Markttrends an. Unternehmen, die den Anforderungen eines sich schneller denn je verändernden dynamischen Geschäftsklimas nicht gewachsen sind, werden stark zu kämpfen haben.

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