Die Belegschaft heutiger Unternehmen setzt sich aus Angehörigen vieler Generationen zusammen – eine an sich bereits schwierige Situation, die durch die rasante Geschwindigkeit, mit der sich der technologische Wandel vollzieht, weiter verschärft wird. Innerhalb weniger Jahre sahen sich Mitarbeiter, die im Umgang mit neuesten E-Mail-Plattformen und Online-Tools für Zusammenarbeit versiert sind, mit einer Unmenge an unterschiedlichen sozialen Netzwerken und Smartphone-Apps konfrontiert.

Aufkommen individueller Arbeitsmodelle

Eine solch vielfältige Belegschaft unterteilt sich weiter in verschiedene Charaktere, Vorlieben und Arbeitsweisen. Untersuchungen von Mitel haben beispielsweise gezeigt, dass Frauen eher Wert auf Flexibilität hinsichtlich der Arbeitszeiten und Arbeitsorte legen, während Männer lieber ihre Tools und Technologien frei wählen wollen. Die jüngeren Arbeitnehmer, die mit dem Internet und modernen Computergeräten aufgewachsen sind, zeigen sich offener gegenüber neuen Arbeitsweisen. Die Untersuchungen von Mitel haben ergeben, dass sie die Vorstellung des virtualisierten Arbeitens über das Internet eher begrüßen als ältere Arbeitnehmer. Jeder fünfte Arbeitnehmer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren gibt an, dass die Aussicht auf eine sogenannte „Portfolio-Karriere“ verlockend ist. Im Gesamtdurchschnitt findet das lediglich nur jeder zehnte Arbeitnehmer. Laut Belinda Kent-Lemon von Occam HR, einer Expertin für Change Management, sind „Portfolio-Karrieren“ eher für diejenigen verlockend, die am Beginn oder am Ende ihrer Karriere stehen und in einem bestimmten Rahmen finanziell flexibel sind. Die Mehrheit der 30- und 40-Jährigen, die Kinder zu versorgen oder Kredite abzuzahlen haben, ist der Meinung, dass mindestens ein Partner ein geregeltes Einkommen haben muss.“

Technologie als kultureller Wegbereiter

Ein Blick in die Zukunft lässt vermuten, dass es keine „herkömmlichen“ Arbeitsmodelle mehr geben wird, da die Unternehmen Mitarbeiter mit vielfältigsten Hintergründen suchen, die sich ihre Projekte, Arbeitszeiten, Geräte und Standorte selbst aussuchen möchten. Lediglich die Technologie anzubieten, die diese Vielfalt an Mitarbeitern anzieht, könnte jedoch ein großer Fehler für ein Unternehmen sein. Wie Roger Philby, Gründer von The Chemistry Group, erklärt, sollten Unternehmen sich nicht durch Technologie definieren, sondern sie als Triebfeder nutzen, um ihre Kultur, ihre Räume und ihre Art der Organisation nach eigenen Wünschen zu gestalten: „Viele Unternehmen machen den Fehler, den Mitarbeitern zwar alle Werkzeuge zur Verfügung zu stellen, die sie für die Nutzung flexibler Arbeitsmodelle benötigen, jedoch keine Vorgaben über die Art ihrer Verwendung machen. Welche Kultur möchten Sie schaffen? Welches Verhalten möchten Sie anregen? Es ist wichtig, Mitarbeitern eine Richtung vorzugeben, wie sie diese Technologie verwenden sollen.“ Mit der Förderung flexibler Arbeitsmodelle wird oftmals das Arbeiten außerhalb des Büros erleichtert. Die Untersuchungen von Mitel zeigen jedoch, dass viele Arbeitnehmer noch herkömmliche Büroräume und die damit verbundene soziale Interaktion, den Ideenaustausch und die Besprechungen mit anderen Angehörigen des Unternehmens schätzen. Laut Roger Philby liegt der Wert flexibler Arbeitsmodelle in der Flexibilität selbst:

Für manche kommt Heimarbeit einem Todesurteil gleich, während andere mit einer lauten, aufgeladenen Büroumgebung überhaupt nicht zurechtkommen. Letztlich müssen flexible Arbeitsmodelle für das Unternehmen und für die einzelnen Mitarbeitenden funktionieren. Sobald die angestrebte Kultur feststeht, müssen flexible Arbeitsmodelle als wesentlicher Bestandteil in diese Kultur aufgenommen werden. Dann wird Ihr Unternehmen automatisch genau die richtigen Menschen anziehen.

Die Verschmelzung von Privatem und Beruflichem

Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass zwar ein Bedarf an flexibleren Arbeitszeiten und separaten Arbeitsbereichen vorhanden ist, ein zentraler Bürostandort dagegen zunehmend an Bedeutung verliert. Fast zwei Drittel der Personen, die regelmäßig oder gelegentlich von zuhause aus arbeiten, wünschen sich einen eigenen Arbeitsbereich. Dies ist vor allem bei Mitarbeitern im Alter von 18 bis 29 Jahren der Fall. Bis Innovationen für Heimbüros wie OfficePOD jedoch tatsächlich durchstarten, wird es vielen Arbeitnehmern möglicherweise nur schwer gelingen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zu erreichen, weil Privates und Berufliches fast nahtlos ineinander übergehen. Stephen Tanner, der Gründer von OfficePOD, weist darauf hin, dass „ein Unternehmen kaum von flexiblen Arbeitsmodellen sprechen kann, wenn ein Schreibtisch und ein Stuhl im Arbeitszimmer alles sind, was dafür getan wird.“

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Natur oder Kultur?

In den kommenden 20 Jahren werden jene Arbeitnehmer in Rente gehen, die fast nur herkömmliche 8-Stunden-Arbeitstage kennen, während jüngere Arbeitnehmer den Arbeitsmarkt erobern, die bei Eltern mit flexiblen Arbeitsmodellen aufgewachsen sind. Vorerst aber spielen Natur und Kultur noch gleichermaßen eine Rolle, da sich Arbeitnehmer an eine zunehmend vielfältigere Bandbreite von Kollegen und Arbeitsmodellen anpassen müssen. Die Erfahrungen, die das Bildungssystem vermittelt, werden ein entscheidender Faktor für den Wandel unserer Kultur und die Ausstattung junger Leute mit den Fertigkeiten sein, die sie für die Arbeit unter weniger strukturierten Rahmenbedingungen benötigen. Doch laut Gavin Andrews, Dozent für Menschenführung und unabhängiger Berater, weist nur wenig darauf hin, dass das Bildungssystem im Hinblick auf die neuen Arbeitsbedingungen angepasst wird: „Die jüngere Generation hat nach wie vor damit zu kämpfen, eigenständig zu arbeiteten, selbst im Hochschulbereich. Daraus könnten in der Zukunft ernsthafte Probleme im Hinblick auf die Produktivität entstehen, wenn unseren Arbeitnehmern die Disziplin fehlt, aus eigenem Antrieb effizient zu arbeiten.“

Eines der Probleme von Unternehmen, die Büros in Innenstädten unterhalten, besteht darin, dass die jungen, technikaffinen Mitarbeiter, die sie sich wünschen, kein eigenes Haus besitzen und sich den Luxus eines Arbeitszimmers oder eines anderen separaten Arbeitsbereichs nicht leisten können. Die Arbeit von zuhause wird dadurch enorm erschwert. Im Gegensatz dazu fühlen sich diejenigen, die genügend Platz für ein Homeoffice haben, zumindest für einen Teil der Arbeitswoche in einem traditionellen Büro wohler.
Belinda Kent-Lemon, Gründerin von Occam HR

Einbeziehen oder ausgliedern?

Flexible Arbeitsmodelle sind mit gewissen Risiken verbunden. Könnten langfristige Arbeitsverhältnisse seltener werden, und wie wird sich der Mangel an persönlichem Kontakt zu anderen auswirken? Laut Untersuchungen von Mitel sind Arbeitnehmer der Meinung, dass soziale Interaktion und die Möglichkeit zur Zusammenarbeit das Beste an einer bürogebundenen Beschäftigung sind. Für Unternehmen ist es also wichtig, effektive Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen, selbst bei einem virtuellen Arbeitsmodell. Die individuell gestalteten Arbeitsmethoden stärken zwar den Einzelnen, könnten jedoch zugleich dem Zugehörigkeitsgefühl abträglich sein. Dieses ist aber unerlässlich für die Motivation, Produktivität und Loyalität von Mitarbeitern. Deshalb gilt es bereits in diesem frühen Stadium des Aufkommens virtueller Arbeitsplätze, die besten Methoden ausfindig zu machen, mit denen eine positive, bindende Arbeitskultur geschaffen wird. Dazu gehört die Fähigkeit zum Selbstmanagement, die Förderung von Führungspersönlichkeiten statt Verwaltern und die Bereitstellung der richtigen Werkzeuge (mit technischen Hilfsmitteln). Letztendlich kommt es auf die richtige Balance an.

Überwachen und Unterstützen virtueller Mitarbeiter

Zwar fordern Arbeitnehmer flexiblere Arbeitsmodelle, oftmals in Form von Heimarbeit, ignorieren dabei aber häufig Probleme im Zusammenhang mit der damit einhergehenden Isolation und Abschottung. Ein Unternehmen muss sicherstellen, dass alle Mitarbeiter, wo sie auch arbeiten mögen, Teil eines gut informierten, eng zusammenarbeitenden Teams bleiben und dass die routinemäßigen Arbeitsabläufe die Interaktion mit Kollegen umfassen. Für die Umsetzung einer effektiven Strategie für Telearbeit ist die richtige Technologie entscheidend. Mit den richtigen Tools und Anwendungen profitieren Mitarbeiter standortunabhängig von einem Benutzererlebnis, das dem im Büro in nichts nachsteht. Dabei erhalten externe Mitarbeiter die Möglichkeit zur virtuellen Zusammenarbeit mit anderen Teammitgliedern, sodass wie üblich gearbeitet werden kann und die Produktivität sowie die Arbeitsmoral nicht beeinträchtigt werden. Über viele Jahre wurde ein Mangel an Vertrauen als Hindernis für ausschließlich extern arbeitende Mitarbeiter angesehen. Dieses Hindernis wird jedoch nach und nach abgetragen, da unsere Kultur diese Arbeitspraxis immer stärker annimmt. Gavin Andrews unterstreicht: „Vertrauen ist ein Problem für Unternehmen, egal, ob es dabei um externe oder interne Stellen geht.“ Die Entwicklung hin zur „menschlichen Cloud“ wird fortschreiten – ob es den Führungskräften gefällt oder nicht. Anstatt Hindernisse aufzubauen, müssen die Führungskräfte diese Änderung akzeptieren und Maßnahmen ergreifen, um Interaktion und Zusammenarbeit zu fördern. Der Zugang zu Systemen, die dazu geeignet sind, eine „Teamumgebung“ zu fördern, ist für alle Mitarbeiter wichtig. Für eine verteilte Belegschaft ist er jedoch absolut unerlässlich.

Digitale Transformation für Dummies

Der digitale Wandel hat für Unternehmen und IT-Verantwortliche mittlerweile höchste Priorität. In der heutigen Geschäftswelt gründet sich die nachhaltige Marktführerschaft eines Unternehmens nicht mehr allein auf die besten Produkte oder die besten Mitarbeiter. Um Marktführer werden zu können, kommt es auch auf Agilität und die schnelle Anpassung an sich rasch entwickelnde Markttrends an. Unternehmen, die den Anforderungen eines sich schneller denn je verändernden dynamischen Geschäftsklimas nicht gewachsen sind, werden stark zu kämpfen haben.

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