Eine Kundin sitzt mit dem Tablet in der Hand auf ihrem Sofa und durchstöbert Online-Shops nach dem perfekten Geburtstagsgeschenk für ihre Freundin. Nachdem sie eine Website gefunden hat, auf der individuell gestaltete T-Shirts angeboten werden, nimmt sie sich ein paar Minuten Zeit, um ihre Wünsche zu formulieren. Nach ein paar weiteren Eingaben ist die Bestellung aufgegeben.

Doch wird das Paket rechtzeitig zum Geburtstag der Freundin ankommen? Auf der Website wird eine Lieferung innerhalb von fünf Tagen versprochen. Der Kunde soll jeweils per E-Mail über die Fertigstellung der Bestellung und den Versandstatus benachrichtigt werden.

Noch vor zehn Jahren war dies ein kaum vorstellbares Szenario. Doch heute ist es völlig normal. Die Kunden erwarten, dass ihnen Waren, die sie online bestellen, direkt an die Haustür geliefert werden. In einwandfreiem Zustand. Innerhalb weniger Tage. Dabei stellt sich folgende Frage: Wie stellen sich Produktions- und Vertriebsabteilungen und die restliche Lieferkette darauf ein, diese Erwartungen zu erfüllen? Wo liegt die Zukunft des Lieferkettenmanagements? Und wie können cloudbasierte Kommunikationslösungen dazu beitragen, diese Veränderungen zu beschleunigen?

Die Cloud in der Produktgestaltung

Als bei GE Appliances beschlossen wurde, den eigenen Designprozess zu optimieren, wurden zunächst Kanäle für die direkte Kommunikation mit Kunden geschaffen. Nun können Verbraucher über die FirstBuild Website von GE Ideen und Kommentare zu Produkten einreichen, die sich noch in der Entwicklung befinden. Sogar eine direkte Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern von GE in der FirstBuild Mikrofabrik in Louisville im US-Bundesstaat Kentucky ist möglich. Hier werden an ein und demselben Standort Produkte entwickelt, konstruiert und hergestellt.

Dieser Trend der direkten Zusammenarbeit mit Kunden nimmt langsam Fahrt auf. IDC prognostiziert, dass bereits 2019 etwa 50 Prozent der Hersteller Verbraucher mithilfe von Virtual-Reality-Lösungen, Produktvisualisierungen und anderen cloudbasierten Werkzeugen direkt in den Designprozess einbinden werden. Es wird davon ausgegangen, dass die so entwickelten Produkte um bis zu 25 Prozent erfolgreicher abschneiden.

Gleichzeitig zeugen die Ergebnisse einer Umfrage von Gartner davon, dass in Lieferketten zu wenig Transparenz herrscht und dass die funktionsübergreifende Zusammenarbeit sich weiterhin schwierig gestaltet – zwei der Herausforderungen , die es noch zu lösen gilt. Zu diesem Zweck befassen sich viele Unternehmen mit sogenannten „digitalen Zwillingen“. Dabei handelt es sich um die virtuelle Version eines tatsächlichen Produkts, eines Systems oder einer Anlage, die dazu genutzt wird, bereits während des Entwicklungsverfahrens echte Daten, z. B. aus dem Internet of Things (IoT), oder Simulationsdaten in das Produkt einfließen zu lassen. Laut Gartner setzte 2018 bereits die Hälfte der Unternehmen, die IoT-Technologien nutzen, digitale Zwillinge ein oder plante deren Verwendung noch in diesem Jahr. Dementsprechend werden alle an der Lieferkette Beteiligten in der Lage sein, Cloud-Kommunikationslösungen zu nutzen, um sich das Produkt in digitaler Form „anzusehen“, Rückmeldungen dazu zu geben und mögliche Fehler zu beheben. Dadurch werden der Erfolg des Produkts gesteigert und die Kosten langfristig gesenkt.

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Daten, Daten und nochmals Daten

Heutige Unternehmen schwimmen geradezu in Daten. Das kann etwas Gutes sein – aber auch Grund zur Frustration geben. Viele Unternehmen tun sich nämlich schwer damit, das riesige vorhandene Datenvolumen schnell und effizient zu verarbeiten. Diese Daten stammen aus verschiedenen Quellen: IoT-Geräte, Warenwirtschaftssysteme, Kundenrückmeldungen, Logistiksysteme und Wettersensoren sind nur einige Beispiele dafür.

Branchenweite Cloud-Systeme und cloudbasierte Verkaufsnetzwerke tragen dazu bei, dass Partner in der Lieferkette ihr Marktsegment betreffende Daten austauschen und analysieren können, sodass Lieferverzögerungen vermieden werden und die Gesamtleistung aller an der Lieferkette Beteiligten gesteigert wird. Die Grundlage dafür bilden offene und flexible Cloud-Architekturen, dank denen Datenströme aus dem Unternehmen und in das Unternehmen fließen können.

„Die Cloud stellt nicht nur ein Werkzeug zur Freigabe und Analyse von Daten, zur Zusammenarbeit und für gemeinsame Projekte dar, sondern auch für die Integration von weiteren Datenquellen wie z. B. Umgebungsbedingungen (Wetter oder Verkehr) oder Signalen, an denen sich Kundenanforderungen ablesen lassen“, wird im Bericht von IDC erläutert. Das Forschungsunternehmen prognostiziert, dass bis 2020 drei Viertel aller Hersteller an branchenweiten Cloud-Systemen beteiligt sein werden und gleichzeitig 80 Prozent aller die Lieferkette betreffenden Interaktionen über cloudbasierte Verkaufsnetzwerke abgewickelt werden.

Ein weiterer Faktor bei dieser Thematik ist die Automatisierung. IoT-Geräte können automatisch kommunizieren, Daten verarbeiten und auf zuvor festgelegte Weise auf bestimmte Situationen reagieren, ohne das ein manueller Eingriff nötig ist. Solche Ereignissequenzen werden unter dem Begriff „Edge Analytics“, also Datenanalyse am Netzwerkrand, zusammengefasst. Auch dabei kommt Cloud-Kommunikation zum Einsatz, um bestimmte Maßnahmen einzuleiten. So kann beispielsweise die Polizei oder Feuerwehr alarmiert werden, wenn von einem Sensor Bedingungen erkannt werden, die einen unmittelbaren Eingriff vor Ort erfordern.

Experten sind sich darin einig, dass die cloudbasierte Kommunikation bereits jetzt das Lieferkettenmanagement revolutioniert und auch in Zukunft weitere Neuerungen hervorbringen wird. Hersteller, Lieferanten, Entwickler und Distributoren können nun zusammenarbeiten und Daten austauschen, die noch vor wenigen Jahren überhaupt nicht zur Verfügung standen. Die Folge? Auf die Verbraucher zugeschnittene Produkte und, nicht zuletzt, größere Gewinne für alle an der Lieferkette Beteiligten.

Digitale Transformation für Dummies

Der digitale Wandel hat für Unternehmen und IT-Verantwortliche mittlerweile höchste Priorität. In der heutigen Geschäftswelt gründet sich die nachhaltige Marktführerschaft eines Unternehmens nicht mehr allein auf die besten Produkte oder die besten Mitarbeiter. Um Marktführer werden zu können, kommt es auch auf Agilität und die schnelle Anpassung an sich rasch entwickelnde Markttrends an. Unternehmen, die den Anforderungen eines sich schneller denn je verändernden dynamischen Geschäftsklimas nicht gewachsen sind, werden stark zu kämpfen haben.

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