Priorisierung und QoS
Damit ein IP-Netzwerk mit knappen Bandbreiten-Ressourcen die erforderliche Bandbreite für Gesprächsverbindungen garantiert zur Verfügung stellen kann, sollten die Sprachpakete gegenüber anderen Datenpaketen getrennt und bevorzugt behandelt werden.
QoS auf Layer 2 mit VLAN
Wenn Sie lokal mehrere IP-Hardphones einsetzen, ist es empfehlenswert, die Gesprächsdaten von den übrigen Daten im IP-Netzwerk zu trennen und ein VLAN einzurichten. Richten Sie dieses mit dem Einsatz von VLAN-fähigen Switches ein und schliessen Sie den Kommunikationsserver und die IP-Hardphones an die für dieses VLAN konfigurierten Ports an:
AIN-Element |
VLAN-Konfiguration |
Switch |
VLAN konfigurieren mit folgenden Ports:
|
Kommunikationsserver |
QoS-Einstellungen - Layer 2, Einstellung: Rahmen-Typ= Standard. Note:
Mit dieser Einstellung ist die integrierte CoS- und VLAN-Funktionalität des Kommunikationsservers ausgeschaltet. Diese ist aus Kompatibilitätsgründen zu älteren Systemen verfügbar und wird im Normalfall nicht verwendet. |
IP-Hardphones |
Weisen Sie dem Telefon das vorgesehenes VLAN zu. Sie können diese Einstellung entweder lokal am Telefon oder über DHCP-Optionen vornehmen. Bei Bedarf können Sie das PC-Port am Telefon auch einem (anderen) VLAN zuweisen. |
Da IP-Softphones über die Ethernet-Schnittstelle eines Computers mit dem IP-Netzwerk verbunden sind, können Sie nicht in das VLAN integriert werden.
QoS auf Layer 3 mit DiffServ (Differenzierte Dienste)
Die DiffServ-Methode dient der Klassifizierung und Priorisierung von Daten im IP-Netzwerk und ist vorallem für WAN-Strecken sehr empfohlen. Sie interpretiert hierzu den Wert der ersten 6 Bits des ToS-Feldes als DSCP-Klasse. Sie kann theoretisch bis zu 64 Klassen differenzieren. Die standardisierten Werte sind in den Internet-Standard-Dokumenten rfc-2597 und rfc-2598 aufgeführt.
Ab R2.1 können Sie die Daten für Signalisation, Sprache und Video einzeln klassifizieren. Für FoIP (T.38) gilt die DSCP-Klasse der Sprache.
In einem AIN werden die DSCP-Klassen im Master definiert. Der Master dann überträgt die Werte automatisch an die Satelliten und die IP-Systemtelefone und Mitel SIP-Telefone.
Die Priorisierung geschieht in den Routern oder in Layer-3-Switches. Eingesetzte Router oder Layer-3-Switches müssen daher DiffServ im Allgemeinen und die gewählten DSCP-Klassen im Speziellen unterstützen und müssen entsprechend konfiguriert werden.
Parameter |
Parameterwert1 |
DSCP-Klasse Signalisation |
40 |
DSCP-Klasse Sprache |
46 |
DSCP-Klasse Video |
34 |
QoS auf Layer 3 mit ToS
Mit der ToS-Methode (RFC 791, Seite 11 und RFC 1349) werden die gleichen 6 Bits im ToS/DSCP-Feldes interpretiert, wie mit der DiffServ-Methode (RFC 2474).
Die ToS-Methode interpretiert die ersten 3 Bits (predigende), um die Prioritätsstufe festzulegen. Mit Bit 3 bis 5 kann die Übertragung nach einem der folgenden Kriterien optimiert werden: Durchsatzmaximierung (High Throughput), Zuverlässigkeitsmaximierung (High Reliability) oder Verzögerungsminimierung (Low Latency). Eingesetzte Router müssen daher die ToS-Priorisierung unterstützen und entsprechend konfiguriert werden. Nicht priorisierte Datenpakete werden vom Router mit der Standard-Priorität versehen.
Mit der folgenden Tabelle können Sie DiffServ-Klassen zu ToS-Werten umrechnen und umgekehrt. Beispiel: DiffServ-Klasse 46 entspricht der ToS-Priorisierung Critical und dem ToS-Servicetyp High Throughput and Low Latency.
ToS-Servicetyp (rechts) ToS-Priorisierung (unten) |
Normalbetrieb |
Hohe Zuverlässigkeit |
Hoher Durchsatz |
Geringe Latenz |
Hoher Durchsatz / Geringe Latenz |
Best Routine |
0 |
1 |
2 |
4 |
6 |
Priorität |
8 |
9 |
10 |
12 |
14 |
Immediate |
16 |
17 |
18 |
20 |
22 |
Flash |
24 |
25 |
26 |
28 |
30 |
Flash Override |
32 |
33 |
34 |
36 |
38 |
Kritisch |
40 |
41 |
42 |
44 |
46 |
Internetwork Control |
48 |
49 |
50 |
52 |
54 |
Network Control |
56 |
57 |
58 |
60 |
62 |