Die analoge Festnetztelefonie stammt noch aus der Zeit vor dem Internet. Sie nutzt eine leitungsgebundene Technik über ein separates Telefonnetz und entspricht nicht mehr dem heutigen Technologiestandard. Als in den 1970er Jahren die Digitaltechnik in immer mehr Bereichen der Industrie Einzug hielt, erreichte diese auch die Telefonie. Die neue digitale Technik – ISDN – ersetzte die mechanischen Vermittlungsstellen und brachte eine bessere Auslastung der Leitungen sowie mehr Komfort für die Anwender.

Bald war es dann auch möglich, Sprache via Internet zu übermitteln. Zu Beginn war die Qualität solcher Gespräche aus technischer Hinsicht allerdings noch sehr mangelhaft. Durch die rasante Weiterentwicklung der gesamten Kommunikationstechnologie konnte aber auch die Sprachübertragung via Internet laufend verbessert werden.

Das Zauberwort heisst VoIP

Was ist VoIP? VoIP steht für Voice over Internet Protocol und bezeichnet das digitale Telefonieren über das Internet. Im Gegensatz zu früher sind dazu heute nicht länger ausschliesslich Computer mit Softphone und Kopfhörer notwendig. Leistungsfähige schnurgebundene oder schnurlose IP-Telefone stehen zur Verfügung.

Bei VoIP wird die Sprache nicht mehr über eine separate Leitung, sondern in digitalisierter Form in mehreren kleinen Paketen per Internetprotokoll transportiert. Bevor diese einzelnen Sprachpakete beim Empfänger ankommen, werden sie wieder in der richtigen Reihenfolge zusammengefügt und erneut in Sprachsignale umgesetzt. Von diesem Vorgang merkt der Nutzer selber aber nichts. Ganz im Gegenteil: Dank HD-Telefonie wird die Sprachqualität in den meisten Fällen sogar stark verbessert.

Aber nicht nur die Telefonie funktioniert über das Internetprotokoll: Auch für Dienste wie E-Mail, Fax, TV und Video lässt es sich nutzen. Dadurch, dass für alle Dienste nur noch ein Netz erforderlich ist, vereinfacht sich die Netzinfrastruktur merklich und man spricht von All-IP.

Die Umstellung von Analog- und ISDN-Telefonie auf die zukunftsorientierte All-IP-Technologie ist bereits seit längerer Zeit in aller Munde und erfolgt weltweit. In Deutschland werden analoge und ISDN-Anschlüsse bis spätestens Ende 2018 und in der Schweiz bis Ende 2017 abgeschaltet. In Österreich gibt es zwar auch die Möglichkeit, von analog oder ISDN auf VoIP umzusteigen, hier wird allerdings die bestehende Festnetztechnologie weiter betrieben.

Für Unternehmen bringt die Umstellung auf VoIP resp. All-IP zahlreiche Vorteile

  • Für sämtliche Bereiche der Kommunikation und Zusammenarbeit können bereits vorhandene Netzwerkinfrastrukturen genutzt werden. Überall dort, wo ein Internetanschluss besteht, lassen sich komplette Kommunikationsinfrastrukturen einrichten.
  • IP-Telefone können direkt ans Netzwerk angeschlossen werden, ein herkömmlicher Telefonanschluss ist nicht mehr erforderlich.
  • Standardisierung der Systeme: Dadurch, dass sämtliche Dienste über ein einziges IP-basiertes Netz laufen, reduziert sich auf der einen Seite die Anzahl der eingesetzten Technologien.
  • Andererseits lässt sich die Infrastruktur problemlos ausbauen, weitere Telefone, Mobilitätslösungen oder Applikationen lassen sich direkt und ohne zusätzliche Verkabelungen einbinden. Das System wird frei skalierbar.
  • Telefongespräche werden nicht mehr über das klassische Telefonnetz sondern über eine Internetverbindung hergestellt. Da somit kein separates Netz mehr erforderlich ist, ermöglicht dies Kosteneinsparungen.
  • Gegenüber der ISDN-Technologie können die Nutzer von All-IP von einer stark verbesserten Sprachqualität in HD profitieren.
  • Bei ISDN war die maximale Anzahl an Telefonen begrenzt, für zusätzliche Telefone und Anschlüsse musste die Anlage mit zusätzlichen Schnittstellenkarten ergänzt werden.
  • Bei All-IP wird die für den Sprachverkehr erforderliche Internetkapazität prioritär behandelt. Wenn die Bandbreite allerdings nicht für die Telefonie benötigt wird, steht sie vollumfänglich anderen Diensten zur Verfügung.
  • Je nach Bandbreite und definierter Dienstgüte (QoS) sind mehrere Gespräche gleichzeitig möglich.
  • IP-Telefonie ermöglicht zudem zahlreiche weitere Dienste im Umfeld von Unified Communications & Collaboration wie Mobile Integration, Video, Presence, Chat etc.

Wie funktioniert der Wechsel auf All-IP?

Unternehmen, die auf All-IP umsteigen wollen, setzen sich am besten mit ihrem Telekommunikationsspezialisten in Verbindung und klären zusammen mit ihm ab, ob die bestehende Anlage ohne Anpassungen weiterverwendet werden kann (Amtsanschluss) oder ob das System unter Umständen erweitert oder umgerüstet werden muss.

Was gilt es besonders zu beachten?

Unternehmen, die Zusatzeinrichtungen wie Aufzugstelefone, Notruf- oder Kassensysteme sowie Alarm- oder Haustechnikanlagen einsetzen, sollten sich eingehend und frühzeitig über die Umstellung informieren, da die Kompatibilität der Einrichtungen mit All-IP nicht in jedem Fall gewährleistet ist.

Ein besonderes Augenmerk erfordert auch die Stromversorgung bei einem möglichen Stromausfall. Die Versorgung muss jederzeit gewährleistet sein, damit die Systeme auch in einem Notfall funktionieren.

Für eine hohe Sprachqualität müssen Datenpakete der Telefonie im Netzwerk immer priorisiert sein (QoS), damit sie nicht von der übrigen Internetnutzung beeinflusst werden. Zudem muss das LAN (Local Area Network) VoIP-kompatibel sein.

Und nicht zuletzt bestehen – anders als bei der bisherigen analogen oder ISDN-Technologie – bei den einzelnen Providern Unterschiede in den angebotenen Diensten für All-IP Anschlüsse. Hier empfiehlt sich vorgängig eine eingehende Prüfung.

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Digitale Transformation für Dummies

Der digitale Wandel hat für Unternehmen und IT-Verantwortliche mittlerweile höchste Priorität. In der heutigen Geschäftswelt gründet sich die nachhaltige Marktführerschaft eines Unternehmens nicht mehr allein auf die besten Produkte oder die besten Mitarbeiter. Um Marktführer werden zu können, kommt es auch auf Agilität und die schnelle Anpassung an sich rasch entwickelnde Markttrends an. Unternehmen, die den Anforderungen eines sich schneller denn je verändernden dynamischen Geschäftsklimas nicht gewachsen sind, werden stark zu kämpfen haben.

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Doris Howald - Blog Author

Doris Howald

Lead Digital Strategist Europe

Als Lead Digital Strategist in Europa ist Doris für die digitalen Interessen von Mitel auf dem gesamten Kontinent verantwortlich. Sie kam 2009 zu Mitel und verfügt über fast 20 Jahre Erfahrung in Marketing und Kommunikation und davon rund 10 Jahre im digitalen Marketing. Ihre Muttersprache ist Deutsch, und sie spricht und schreibt auch Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch – und etwas Russisch.


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