Die neue Pflege-Landschaft Mitel

Die neue Geographie des Gesundheitswesens: Mobilität als klinische Notwendigkeit

Klinische Kommunikation folgt in vielen Einrichtungen noch immer den Logiken einer Zeit, in der Arbeit stärker an feste Orte gebunden war: an das Stationszimmer, den Arbeitsplatz-PC oder das Telefon auf der Station.

Doch der klinische Alltag hat sich verändert. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte arbeiten heute deutlich mobiler als noch vor wenigen Jahren. Dokumentation entsteht unterwegs, fachliche Abstimmungen finden zwischen mehreren Bereichen statt, Entlassungsgespräche per Video. Gleichzeitig sorgt die angespannte Personalsituation dafür, dass Mitarbeitende seltener an festen Arbeitsplätzen erreichbar sind.

Damit verändern sich auch die Anforderungen an Kommunikation. Informationen müssen Menschen dort erreichen, wo sie gerade arbeiten – nicht dort, wo früher ein Telefon stand. Trotzdem sind viele Kommunikationsprozesse im Gesundheitswesen noch immer auf stationäre Erreichbarkeit ausgelegt.

Während Krankenhäuser massiv in digitale Patientenakten, Leitstellen und Prozesssysteme investieren, folgt die klinische Kommunikation vielerorts noch immer alten Erreichbarkeitsmustern. Häufig sind Informationen an einzelne Geräte, Bereiche oder Systeme gebunden – obwohl die Menschen, die damit arbeiten, längst mobil unterwegs sind.

Im Alltag entstehen daraus spürbare Reibungsverluste: Rückmeldungen verzögern sich, Informationen müssen mehrfach weitergegeben werden, Abstimmungen werden unnötig aufwendig. Gerade in einem Arbeitsumfeld mit hoher Taktung und knappen Personalressourcen wirken sich solche Unterbrechungen schnell auf Abläufe, Verweildauern und die Belastung der Mitarbeitenden aus.

„In einer Ära, in der nahezu jede Unternehmensfunktion eine mobile Transformation durchlaufen hat, hinkt die klinische Kommunikation hinterher.“

Mobilität wird zur infrastrukturellen Anforderung 

Für IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen verändert sich damit die Ausgangslage grundlegend. Klinische Kommunikation muss heute Menschen erreichen, die nur noch selten an festen Arbeitsplätzen arbeiten.

Ärztinnen und Ärzte wechseln zwischen Station, Funktionsbereich, Ambulanz und Videosprechstunde. Pflegekräfte arbeiten flexibel über mehrere Bereiche hinweg. Abstimmungen finden zunehmend standort- und sektorenübergreifend statt. Gleichzeitig fehlen im Alltag oft feste Kontaktpunkte und durchgängige Kommunikationswege.

Die Erwartung: Kommunikation muss mobil verfügbar sein und ohne Medienbrüche funktionieren. Ist das nicht der Fall, entstehen genau die Probleme, die viele Einrichtungen bereits kennen:

  • Informationen liegen in unterschiedlichen Systemen.
  • Bereitschaftspläne und Kontaktwege sind schwer auffindbar.
  • Rückfragen verzögern Entscheidungen.
  • Mitarbeitende weichen auf inoffizielle Kommunikationskanäle aus.

Besonders kritisch wird das in Situationen, in denen Zeit und Kontext entscheidend sind. Wenn relevante Informationen nicht dort verfügbar sind, wo Versorgung tatsächlich stattfindet, entstehen zusätzliche Unterbrechungen, doppelte Wege und unnötiger Koordinationsaufwand.

Mobile Kommunikation wird damit nicht zum Zusatzfeature moderner Kliniken, sondern zu einer infrastrukturellen Voraussetzung funktionierender Versorgung.

„Versorgung findet dort statt, wo sich medizinisches Personal gerade befindet. Technologie, die nicht mithält, erzeugt Reibung und Risiko.“

Die versteckten Kosten fragmentierter Kommunikation

Die Folgen uneinheitlicher Kommunikation zeigen sich selten als einzelnes Großereignis. Häufig entstehen sie in kleinen Verzögerungen und zusätzlichen Abstimmungen, die sich über Schichten, Bereiche und Standorte hinweg summieren.

Operativer Mehraufwand summiert sich schnell

Wenn Informationen nicht zuverlässig dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden, entstehen Verzögerungen in klinischen Eskalations- und Reaktionsketten. Rückrufe verzögern Entlassungen, Übergaben werden fehleranfälliger und Mitarbeitende wechseln zwischen verschiedenen Anwendungen, Geräten und Kommunikationswegen. Das erhöht nicht nur die organisatorische Belastung, sondern auch die kognitive Last in einem ohnehin hochverdichteten Arbeitsumfeld.

Hinzu kommt: Fehlen alltagstaugliche Kommunikationslösungen, entstehen oft parallele Kommunikationswege außerhalb der eigentlichen Systemlandschaft. Informationen verteilen sich über Messenger, persönliche Geräte oder andere informelle Kanäle. Damit wachsen nicht nur Sicherheits- und Compliance-Risiken, sondern auch die Schwierigkeit, Kommunikation nachvollziehbar und konsistent zu steuern.

Laut einem Report von Frost-&-Sullivan fühlen sich 66 % der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen durch zu viele Kommunikationstools belastet; 64 % geben an, nicht über die für ihre Rolle geeigneten Werkzeuge zu verfügen.

Compliance-Lücken werden größer, wenn Workarounds zunehmen

Wenn offizielle Kommunikationslösungen im klinischen Alltag zu langsam oder unpraktisch sind, entstehen schnell parallele Kommunikationswege über Messenger-Dienste oder andere nicht integrierte Kanäle. Dadurch verlassen sensible Informationen kontrollierte Umgebungen, während Nachvollziehbarkeit und Transparenz verloren gehen.

Dass 62 % der IT-Verantwortlichen im Gesundheitswesen Datenschutz- und Compliance-Anforderungen als zentrale Herausforderung nennen, zeigt die Dimension des Problems.

Beeinträchtigung der Patientenerfahrung

Kommunikationsprobleme wirken sich nicht nur intern aus. Verzögerte Rückmeldungen, unklare Zuständigkeiten oder unterbrochene virtuelle Termine beeinflussen unmittelbar die Erfahrung von Patientinnen und Patienten – und damit Vertrauen, Zufriedenheit und Therapietreue.

Besonders kritisch sind Übergaben. Internationale Studien – etwa der Joint Commission [auf Englisch] – zeigen, dass sie zu den größten kommunikationsbedingten Sicherheitsrisiken im Gesundheitswesen gehören.

Wenn Kommunikationstools nicht zu den mobilen Abläufen einer medizinischen Einrichtung passen, entstehen unnötige Verzögerungen und vermeidbare Workarounds.

„66 % der Mitarbeitenden im Gesundheitswesen fühlen sich durch zu viele Kommunikationstools belastet; 64 % verfügen nicht über die für ihre Rolle geeigneten Tools.“

Anforderungen an mobile klinische Kommunikation

Klinische Kommunikation muss Mitarbeitende dort erreichen, wo Versorgung stattfindet – sicher, zuverlässig und unabhängig vom Standort. Kommunikationslösungen müssen sich an den tatsächlichen Abläufen der Versorgungseinrichtung orientieren.

1. Kommunikation muss Klinik-Abläufe unterstützen

Wenn Messaging, Anrufe und Eskalationen direkt aus KIS-gestützten Workflows heraus stattfinden und aktuelle Rollen, Einsätze und operative Logik widerspiegeln, schrumpfen Verzögerungen und Hochrisiko-Eskalationen werden zuverlässiger.

Best Practices:

  • Kommunikation direkt in Aufträge, Aufgaben, Konzile und Befundbesprechungen einbetten.
  • Routing nach Rolle, Bereitschaftsplänen und Fachbereichen – ohne manuelle Suche.
  • Eskalationswege standardisieren, sodass Bestätigungen, Timeouts und Übergaben konsistent funktionieren.

Bewertungskriterien:

  • Tiefe der Integration mit KIS und Dienstplansystemen.
  • Fähigkeit, Patientenkontext und rollenbasierte Logik über alle Modi hinweg mitzuführen.

2. Einheitliche Erfahrung über Geräte, Standorte und Einsätze hinweg

Medizinisches Personal sollte den Kommunikationsstil nicht jedes Mal anpassen müssen, wenn die Station, das Gerät oder das Schichtmuster gewechselt wird. Mobilität gelingt dann zuverlässig, wenn Erreichbarkeit, Verzeichnisse und Eskalationslogik über unterschiedliche Netze, Kanäle und Geräte hinweg konsistent funktionieren.

Best Practices:

  • Eine Kommunikationsidentität für Sprache, Messaging und Video.
  • Einheitliche Verzeichnisse und Routing-Logik für Springer und Einheit übergreifendes Personal.
  • Kommunikation, die über alle Gerätekategorien hinweg zuverlässig funktioniert.

Bewertungskriterien:

  • Praxistaugliche Zuverlässigkeitstests in Hochinterferenzzonen – nicht nur in Konferenzräumen.
  • Wie schnell das System auf Änderungen in Personalbesetzung und Abdeckungsmustern reagiert.

3. Virtuelle Versorgung nahtlos integrieren

Virtuelle Versorgung funktioniert nur dann zuverlässig, wenn sie sich ohne zusätzliche Medienbrüche in bestehende Abläufe integrieren lässt. Dazu gehören einfacher Zugang, stabile Verbindungen und die direkte Einbindung in Termin-, Kommunikations- und Dokumentationsprozesse.

Best Practices:

  • Browser-basierter oder einfacher Zugang für Kliniker und Patienten.
  • Workflows, gestartet aus vertrauten Systemen – inklusive Terminplanung, KIS-Kontext und Eskalationstools.
  • Wiederholt einsetzbare Modelle für virtuelles Raummanagement und Erinnerungen.

Bewertungskriterien:

  • Stabilität der Telemedizin unter Lastspitzen.
  • Zusammenspiel der virtuellen Versorgung mit stationären und ambulanten Abläufen – auch bei hybriden interdisziplinären Abstimmungen.

4. Compliance über alle Kommunikationskanäle hinweg

Wenn Kommunikation mehrere Kanäle umfasst, muss auch Compliance kanalübergreifend gedacht werden. Einheitliche Regeln für Identitäten, Aufbewahrung und Auditierbarkeit reduzieren Risiken und verbessern Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit.

Best Practices:

  • Kommunikationskanäle konsolidieren.
  • Gemeinsame Identitätskontrollen und Zugriffsregeln über alle Kanäle.
  • Zu Workflows passende Tools.

Bewertungskriterien:

  • Konsistente Auditfähigkeit über Sprache, Text und Video.
  • Konsistente Compliance auch bei Geräte- und Standortwechseln.

5. Resilience by Design: Ausfallsicherheit, Datenhaltung und Deployment-Modelle

Mobilität muss bei Ausfällen, Lastspitzen und Netzwerkinstabilität erhalten bleiben. Zuverlässigkeit darf kein Glücksspiel je nach Station sein.

Best Practices:

  • Cloud, On-Premises oder hybride Modelle als Teil der Architektur – abgestimmt auf Datenschutzvorgaben und Sicherheitsanforderungen.
  • Robuste Kommunikation in Hochinterferenzzonen wie Notaufnahmen, OP-Bereichen und Langzeitpflege.
  • Fallback-Mechanismen, die Kommunikation auch bei Störungen sicherstellen.

Bewertungskriterien:

  • Wie sich Multi-Cloud- und Hybrid-Szenarien auf Verfügbarkeit und Compliance auswirken.
  • Ob Ausfallkonzepte Eskalationsprozesse aufrechterhalten und die Erreichbarkeit von Mitarbeitenden sicherstellen.

6. Kontinuierliche Verbesserung als Betriebsmodell

Kommunikationslösungen müssen mit neuen Nutzungsgewohnheiten Schritt halten. Dazu gehören klare Kennzahlen, regelmäßige Auswertungen und die kontinuierliche Anpassung an veränderte Abläufe.

Best Practices:

  • Klare Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und regelmäßige Optimierungsprozesse.
  • Einheitliche Regeln für Rollen, Verzeichnisse, Eskalationen und Bereitschaften.
  • Kennzahlen zu Reaktionszeiten, Übergaben, Entlassungsprozessen und tatsächlicher Systemnutzung.

Bewertungskriterien:

  • Ob Feedback-Schleifen die Mitarbeitenden mit Patientenkontakt erreichen.
  • Wie schnell die Organisation Logik und Workflows anpassen kann, wenn sich Versorgungsmodelle ändern.

Entscheidend für eine funktionierende mobile Kommunikation ist das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Kommunikationslösungen müssen klinische Abläufe unterstützen, über unterschiedliche Geräte und Standorte hinweg konsistent funktionieren, virtuelle Versorgung integrieren sowie Compliance, Ausfallsicherheit und kontinuierliche Weiterentwicklung gewährleisten. Genau darin liegt heute die zentrale Aufgabe moderner Kommunikationsinfrastruktur im Gesundheitswesen.

Wenn Mobilität zum Standard wird

Eine Stationsleitung beginnt ihren Frühdienst mit Übergabe und Dienstplanung. Kurz darauf wird sie auf einer anderen Station zur Unterstützung angefordert. Parallel versucht eine Pflegekraft aus dem Springerpool, die zuständige Ärztin zu erreichen. Ein Transportdienst wartet auf Rückmeldung, während für eine telemedizinische Abstimmung noch Informationen aus mehreren Systemen zusammengesucht werden müssen.

Nichts davon ist außergewöhnlich. Genau so sieht klinischer Alltag heute vielerorts aus: mobil, verteilt und geprägt von ständigen Kontextwechseln.

Problematisch wird es dort, wo Kommunikationssysteme mit dieser Realität nicht Schritt halten. Rückfragen verzögern sich, Zuständigkeiten müssen gesucht werden, Informationen liegen in unterschiedlichen Anwendungen oder erreichen Mitarbeitende nicht rechtzeitig. Aus kleinen Unterbrechungen entstehen zusätzliche Belastungen im laufenden Betrieb.

Gesundheitseinrichtungen, die Kommunikation als Teil ihrer betrieblichen Infrastruktur verstehen, reduzieren genau diese Reibungsverluste. Informationen erreichen Mitarbeitende dort, wo sie arbeiten. Abstimmungen werden schneller, Übergaben verlässlicher und mobile Abläufe besser integrierbar.

Für IT-Verantwortliche bedeutet das: Kommunikationsinfrastruktur muss sich heute genauso flexibel anpassen wie die klinischen Abläufe, die sie unterstützt.

 

Mitel Mobilitätslösungen für das Gesundheitswesen 

Anwendung 

Beschreibung 

Mitel-Lösung 

Kommunikation in bestehende Workflows integrieren 

KIS und klinische Anwendungen (via API) in Sprach- und Messaging-Prozesse einbinden – mit optionalen KI-gestützten Prompts und Zusammenfassungen zur Optimierung der Versorgungskoordination 

Einheitliche Sprach-, Video- und Messaging-Lösung für mobiles Personal 

Klinikern nahtlosen Zugriff auf Kollaborationstools über Smartphones, Tablets und Desktops hinweg ermöglichen 

Standortmobilität mit sicherer WLAN-Abdeckung 

Zuverlässige Sprach- und Alarmkommunikation über WLAN und DECT für Personal in Bewegung 

  • SIP-DECT 
  • IP-DECT 
  • Wi-Fi 

Sichere Videokonsultationen ohne Downloads 

Verschlüsselte Telemedizin-Sitzungen auf beliebigen Endgeräten mit integrierter Terminplanung und Ressourcenmanagement 

Beratung und Managed Services für die digitale Transformation 

Fachkundige Unterstützung zur Optimierung von Remote-Kollaborationsstrategien und Sicherstellung der Compliance 

blair wisner mitel headshot

Blair Wisner Senior Manager of Sales Engineering

Blair Wisner ist Senior Manager of Sales Engineering bei Mitel und leitet Teams, die Unternehmen bei der Modernisierung ihrer Kommunikation unterstützen. Mit mehr als 20 Jahren Erfahrung in den Bereichen Unified Communications, VoIP, UCaaS und Contact-Center-Lösungen verfügt Blair über umfassende technische Kenntnisse und kundenorientierte Vertriebskompetenz.
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